Stil- und Frisurenkunde der Gotik im Mittelalter

  • 28 Februar 2010

In der Epoche der Gotik hat die religiöse Haltung der Menschen bereits einen starken Ausdruck erhalten, Kirchen gelten in dieser Zeit als sozialer Treffpunkt für die Menschen. Gleichsam gingen Machtkämpfe zwischen Kaisern und Päpsten einher. Kulturträger war in dieser Zeit das erstarkte Bürgertum. Es entstanden in dieser Zeit viele Bauwerke, wie etwa Dombauten, Kirchen und sonstige Profanbauten (Rathäuser, Bürgerhäuser). Spitze Formen prägten nicht nur Bauten, sondern auch Kleidungsstücke wie etwa Kopfhauben.

Zur Körperpflege in der Epoche der Gotik

Das gesellschaftliche Leben der Badestuben, welches sich bereits in der Romanik zu entwickeln begann, driftete mit weiter steigendem Reichtum der Bevölkerung in ein immer unsittlicheres Treiben ab. Badestätten waren belegt vom Laster der Bevölkerung, das Amt des damaligen „Bademeisters“ galt als unehrenhaft. Dagegen konnte auch die Kirche mit Ihren Verboten und Geboten nichts machen. Dagegen wurde der Berufsstand der Barbiere immer weiter gestärkt. In den Barbierstuben konnte sich die Bevölkerung Wunden und Zahnschmerzen behandeln lassen, aber auch Haare und Bärte schneiden lassen. Zudem stellten die Barbiere Perücken her.

Die Frisur der Frauen in der Epoche der Gotik im Überblick:

Schwarzes oder blondes Haar war in der Gotik sehr beliebt, ganz im Gegensatz zu roten Haaren. Diese waren verpönt und wurden mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Rothaarige Frauen galten als Hexen. Haare wurden dunkel gefärbt oder blond gebleicht. Das Haar wurde lang und gelockt getragen oder zu Zöpfen zusammen geflochten. Zu Beginn der Gotik wurde als Kopfschmuck ein Schapel bevorzugt, ein reifenförmiger Kopfschmuck aus Metall oder Blumen. Später wurden diese dann durch spitze zuckerhut- oder walzenförmige Kopfbedeckungen ersetzt, „Hennins“ (auch Burgunderhaube oder burgundische Haube) genannt, die das Haar möglichst vollständig bedeckten. Hennins erreichten angeblich eine Höhe von bis zu ca. 70 Zentimetern. Ein Hennin hatte ein Gestell aus Pappe, Messingdraht oder Fischbein. Dieses wurde wiederum mit feinen Stoff, Samt oder edlen Tüchern überzogen, welche nach hinten hin abfielen. Ränder waren mit Perlen besetzt oder mit Samt bestickt. Stirn- und Schläfenhaare wurden rasiert. Eine hohe weiße Stirn galt als Schönheitsideal.

Die Frisur des Mannes in der Epoche der Gotik im Überblick:

Der Mann trug vorwiegend gelocktes (halb-)langes Haar, in Anlehnung an die Frisuren der Frauen. Männer trugen in dieser Zeit zum Teil sogar Zöpfe und ein Schapel. Bärte traten in dieser Zeit fast keine auf, vielmehr war der Mann glatt rasiert.

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