Stil- und Frisurenkunde: Die alten Ägypter

  • 26 Januar 2010

Die alten Ägypter sind eines der ältesten Kulturvölker über die es alte Aufzeichnungen gibt, über die Rückschlüsse auf Ihr kulturelles Leben möglich sind. Auch über Körperpflege, Kleidung und Körperschmuck. Informationen über ihre Kultur und Lebensgewohnheiten liefern alte Papyrusrollen und Tontafeln, die die Zeit bis zum heutigen Tage überlebt haben. Diese sind mit Hieroglyphen und zahlreichen, oft auch farbigen Zeichnungen versehen, die uns über die Geschichte der Kultur erzählen. Darüber hinaus entdeckte man Steinbildnisse, und bemalten Wände der Grabkammern im Inneren der vielen Pyramiden. Grabgaben die den mumifizierten Menschen beigelegt wurden stellen Wertgegenstände, aber auch echte Gebrauchsgegenstände der damaligen Zeit dar, die es uns heute ermöglicht Rückschlüsse auf damalige Lebensweisen und kulturelle bzw. religiöse Vorstellungen zu ziehen. Uns interessiert an dieser Stelle alles, was mit Körperpflege, -hygiene und –beschmückung zu tun hat. Denn all jene Dinge erzählen uns, wie die Wurzeln der heutigen Körperkultur und Haarmoden aussahen. Nur durch diese Wurzeln konnte sich über Jahrtausende eine solche kulturell verankerte Haarkultur entwickeln, die sich bis zum heutigen Tage in verschiedenen Facetten über den Globus weiterentwickeln konnte. Die „Haarmode“ der damaligen Zeit hing natürlich in besonderem Maße von den damaligen Lebensformen und –umständen zusammen.

Für die Entstehung erster Körperkulturen, die auch ihren Ausdruck in einer „Haarkultur“ mit kunstvollen Frisuren fand, war sicherlich der Umstand verantwortlich, dass Jahr für Jahr der Nil über seine Ufer trat und den fruchtbaren Schlamm über das Land brachte, dass den alten Ägyptern reiche Ernten bescherte und zu einer Form des Wohlstands führte, der in Konsequenz eine Entwicklung begünstigte, die die Kultur auf eine höhere Stufe katapultierte.

Zur Körperpflege der alten Ägypter:

Zur Körperpflege wurde in der damaligen Zeit bereits parfümiertes Öl eingesetzt. Auch das tägliche Bad, anschließendes Salben, Schminken und Einfärben der Fingernägel mit Hennafarbe war den heutigen Erkenntnissen zufolge bereits Teil des „vornehmen“ ägyptischen Lebens. Wobei auch hier die ägyptischen Männer ihre Haut gesalbt und geölt haben sollen.

Dem Ideal entsprach eine gelbliche Gesichtsfarbe, grün gefärbte Augenlider mit schwarz nachgezogenen Lidrändern. Dazu schwarz gezupfte Augenbrauen und eine fein nachgezogene Lippenkonturen gehörten ebenfalls dazu. Der Kopf, bzw. der Bart bei Männern, war oftmals aufgrund religiöser Unterwerfung kahl geschoren, wobei hier vermutlich auch gelegentlich auch auf schwarze Perücken zurückgegriffen wurde.

Die Frisur der Frauen im alten Ägypten im Überblick:

Die Frauen der ägyptischen Vorzeit trugen zum Teil Eigenhaar, zum Teil aber auch Perücken. Perücken dienten zum Schutz vor der intensiven afrikanischen Sonne. Frisurformen waren über die vielen Jahrhunderte einem ständigen Wandel unterworfen. Die Frisuren waren insbesondere in der Zeit des Alten Reiches in Form eines Pagenschnittes frisiert. In späteren Jahrhunderten gab es aber auch längeres Haar und Mittelscheitel. Zum Einsatz kamen schwerpunktmäßig aber wohl erhitzte Tonwickel für gekrauste Hängelocken und Flechtmethoden. Auch der Einsatz von Stirnbändern mit Lotosblumen oder Kopftüchern zum Schutze vor der Sonne sind übermittelt worden. Die gewöhnliche Haarfarbe war blauschwarz, mit dem späteren Einsatz von Hennafarben auch rotbraune Hennafärbungen. Haarpflege wurde gemäß der ein oder anderen Erwähnung in der Literatur angeblich aus Nilpferdfett betrieben.

Die Frisur der Männer im alten Ägypten im Überblick:

Zumeist trug der Mann aus hygienischen oder religiösen Gründen kurzes oder gar kahl geschorenes Kopfhaar. Über dem kahl rasierten Haupt wurden auch Perücken wurden getragen, allerdings im Gegensatz zur Frau der alten ägyptischen Zeit ohne Schmuck. (Schmuck gab es bei Männern nur in Form von königlichem Stirnreif oder Königshaube) Das Gesicht war sonst eher glatt rasiert. Dieses wurde mit einem sichelförmigen Bronzemesser, zumeist durch einen Barbier auf einem öffentlichen Platz bewerkstelligt.

Zum Schutz des Kopfes wurden vom gewöhnlichen Volk, den Bauern und Handwerkern Schutzkappen aus Leder oder Filz auf dem kurz geschorenen Haar eingesetzt.

Grobe Einordnung der Frisuren in verschiedene Zeitphasen:

Die Zeit der alten Ägypter unterteilt sich in mehrere Phasen. Abschließend bzw. zusammenfassend lassen sich drei Hauptphasen konkreteren Frisurtendenzen zuordnen, die sich voneinander unterscheiden:

– Im Alten Reich (ca. 2707–2216 v. Chr.): Pagenkopffrisuren

– Im Mittleren Reich (ca. 2137–1781 v. Chr.): lange Perückenfrisuren, jedoch recht einfach und streng geformt

– Neues Reich (ca. 1550–1070 v. Chr.): langes, gekraustes Haar der Frau war in viele dünne Zöpfe geflochten. Die Enden wurden umeinander gedreht, wobei Fransen oft stufenförmig ausliefen

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