Beiträge zum Stichwort 'körperbehaarung'

Aufgaben und Funktionen der Haare bei Mensch und Tier

  • Veröffentlicht am März 5, 2010, Uhrzeit: 8:51 pm

Haare bzw. Körperbehaarung haben ganz verschiedene Funktionen:

– Haare bilden zum ersten einmal eine hervorragende Isolierung bei kaltem Wetter. Deshalb lassen sich viele Menschen Ihre Haare über die Wintermonate etwas länger wachsen. Über den Sommer hinweg ist dann eher ein Kurzhaarschnitt angesagt. Körperbehaarung verhindert im Allgemeinen das schnelle Abkühlen des Körpers. Anzumerken bleibt, dass Haare bei manchen Tieren auch das Gegenteil bewirken, nämlich Schutz bei besonders heißem Wetter bieten. Das ist z.B. bei vielen Tieren in Afrika der Fall. Würden die Tiere durch ihr Fell schwitzen, so hätte die Evolution sicherlich dafür gesorgt, dass es keine Tiere mit Fell in Afrika gibt. Löwen müssten dann also nackt sein… J

– Haare bieten Schutz vor schädlichen Einflüssen des Sonnenlichts. UV-Strahlung wird einfach absorbiert.

– Regenschutz bieten Haare ebenfalls. Gerade bei Pelztieren spielt das Einfetten eine große Rolle. Eine Bitte an Euch da draußen: Wegen dem Regen solltet Ihr Eure Haare nicht verfetten lassen… 😉

– Die Feuchtigkeitsregulierung ist eine weitere wichtige Funktion: Die Haut ist mit Schweißdrüsen versehen und überschüssige Feuchtigkeit wird von den Haaren absorbiert.

– Bei Tieren ist die Behaarung noch für die Tarnung wichtig. Diese Eigenschaft der Haare spielt beim Menschen inzwischen keine Rolle mehr. Bei einigen Tieren passt sich die Farbpigmentierung der Haare der entsprechenden Jahreszeit an.

– Auch die Imponier- und Drohfunktionen durch das Aufrichten der Haare bei Bedrohungen nutzen nur noch den Tierarten. Auch wenn Ihr es vielleicht kennt, „wenn es einem die Nachenhaare hochstellt“. Dieser Spruch kommt nicht von ungefähr J

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Stil- und Frisurenkunde: Die alten Römer

  • Veröffentlicht am Februar 7, 2010, Uhrzeit: 6:01 pm

Da Griechenland etwa v. Chr. – 500 n. Chr. von den Römern erobert wurde, setzte sich die Kultur und Künste, und damit auch die Körper- und Frisurenkultur zumindest teilweise bei den alten Römern fort. Die Zeit der alten Römer teilt sich in die Phasen der Republik und der Kaiserzeit auf.

Zur Körperpflege der alten Römer:

Reiche Römer verbrachten viel Zeit mit der Körperpflege und versuchte seinen Körper mit Schwitzbädern, Salbungen, Bädern in Ziegen- oder Eselmilch und Massagen gesund und schön zu erhalten. Auch das Epilieren, also das Zupfen überflüssiger Körperbehaarung wurde bereits damals, wenn auch durch zuständige Sklaven, durchgeführt. Für die Gesichtspflege verwendeten die wohlhabenden Römer und Römerinnen Rezepturen, in denen beispielsweise auch Früchte und Wein verarbeitet wurden. Kunstvoll hergestellte Salbgefäße und Parfümbehälter bestanden aus Elfenbein, Bergkristallen und Halbedelsteinen. Verschlossen wurden diese z.B. luftdicht mit Bienenwachs. Im Gegensatz zur Republik wurden Puder, Schminke und Lippenstift in der Kaiserzeit ziemlich  reichlich verwendet. Sogar die römischen Männer ließen sich zu festlichen Anlässen, insbesondere dann, wenn sie als siegreiche Imperatoren in Rom einzogen, schminken.

Die Frisur der Frauen im alten Rom im Überblick:

Die Dame des alten Roms trug in der Zeit der Republik (ca. 500 bis 30 v. Chr.) ihr langes Haar in Form einer Knotenfrisur mit Wollnetz. Später wurden die Netze aus echtem Menschenhaar gefertigt. Gekennzeichnet war die Zeit aber von ständigem Wechsel in der Mode und den zugehörigen Frisuren. Wenn nicht schon in der Zeit der Republik, dann spätestens in der Kaiserzeit traten zwei Frisurvarianten, der Tituskopf (kurzhaarige Lockenfrisur) und eine der Zeit formvollendete Flechtfrisur (heute kaum mehr nachzuformen) mit einem Haarersatzteil immer wieder auf. Kombiniert wurden diese Frisuren mit Schlangenlocken oder aufgesteckten Nackenhaaren. Auch blonde oder hennarote Perücken, die zum Teil täglich gewechselt wurden, kamen zum Einsatz.

Zur Haarfarbe kann man sagen, dass Blond eine der Modefarben der damaligen Zeit war. Aufgehellt wurden die Haare mit beizender Seifenpomade aus Germanien oder durch das Haarewaschen mit alkalischer Birkenasche und Meereswasser. Auch Eigelb, Kamillenblüten und Safran wurden mit verwendet. Das Haar wurde anschließend versucht in der Sonne zu bleichen. Um eine rotblonde Wirkung der Haarfarbe herbeizuführen bzw. zu verstärken wurde das Haar tatsächlich mit Goldstaub überpudert. War das Haar zu dunkel zum Blondfärben, wurde in der damaligen Zeit einfach den germanischen Sklaven das helle Haupthaar abgeschnitten und zu Perücken verarbeitet oder den römischen Herrinnen ins römische Haar eingeflochten. Ausdruck des Reichtums und des gesellschaftlichen Standes war eine reichliche Auswahl an blonden oder hennafarbenen Echthaarperücken. Zur Färbung der Haare wurden Nussschalen für dunkles Haar, Quittensaft für blondes Haar und Henna für rötliches Haar eingesetzt. Zur Haarformung soll Schilfrohr und ein aus Bronze oder Eisen gefertigtes Rohr (Calamistrum) gedient haben. Dieses kannten bereits die alten Griechen. Lockenhaare wurden hergestellt, indem angefeuchtetes Haar über das Calamistrum gewickelt wurde. Danach wurde der Kupfer- oder Bronzestab erhitzt und in das Rohr hinein geschoben. Es entstand eine „Calamistrumwelle“.

Der Haarschmuck bestand zu der damaligen Zeit aus Knochen, Elfenbein und edlen Hölzern, Gold, Silber und Bronze, Lorbeer, Efeu oder Weinranken.

Die Frisur des Mannes im alten Rom im Überblick:

Die Römer aus der Zeit der Republik trugen einen Vollbart und volle Haarpracht. In der Kaiserzeit hingegen war genau das Gegenteil angesagt. Der etwas höhere römische Bürger ließ sich mit eisernen Rasiermessern den Kopf in einer Rasierstube zur Glatze rasieren. Das niedere Volk hingegen behielt weiterhin den Bart. So war der Klassenunterschied offensichtlich. Das Haar war aber kurz geschnitten und ohne Scheitel gehalten. In der späteren Zeit des Kaiserreiches allerdings wurde das Haar von vielen Männern wieder gekraust und gelockt getragen. Kinn- und Schnurbart waren gepflegt. Der Kopfschmuck der Männer bestand je nach Jahreszeit bei kriegerischen Festlichkeiten aus Gebinden mit  Efeu, Blumen, Lorbeer, oder Weinranken.

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